Arithmetische Armut

Warum Deutschland nicht arm ist

Immer mehr Medien und soziale Interessensgruppen berichten darüber, dass die Armut in Deutschland wächst und wächst. Doch ist das tatsächlich die Wahrheit? Ist unser Land bereits am Ende? Kritische Prüfungen haben gezeigt, dass dem nicht so ist. Selbst die „rekordverdächtigen“ Anstiege sind in Wahrheit kein Grund zur Besorgnis.

Deutschland geht es gut

Deutschland droht die sogenannte Verelendung. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat in seinem Armutsbericht berichtet, dass die „Armut auf dem Höchststand“ sei; die Studie wäre der Beleg, dass die Armut in Deutschland immer schneller anwachsen würde. Dieser Bericht sorgte für ein unglaubliches mediales Echo. Doch ist das Echo gerechtfertigt? Besteht überhaupt irgendein Grund zur Angst oder Befürchtung, dass Deutschland immer ärmer wird? Nein – es gibt de facto keine Massenverarmung. Es handelt sich um nichts weiter als plumpe Propaganda. Schlussendlich darf man nicht vergessen, dass der Paritätische Wohlfahrtsverband eine Lobby darstellt, die nicht aus Schwachen und Armen besteht, sondern aus Vereinigungen und Gruppierungen; böse Zungen sprechen sogar von einer sogenannten Helferindustrie.

Jede kritische Prüfung zeigt, dass die Studie nicht mit der Realität übereinstimmt

Die Studie belegt, dass knapp jeder sechste Deutsche an der Armutsgrenze lebt. Das seien 12,5 Millionen Bundesbürger. Das klingt im ersten Moment dramatisch, bedenklich und auch katastrophal. Doch die Studie weist ein großes Problem auf: Mit der Realität haben diese Zahlen absolut nichts am Hut. Denn laut der Studie sind bereits Menschen von Armut betroffen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens erzielen. Ein Alleinverdiener mit Ehepartner, der sich um zwei Kinder kümmert und ein monatliches Bruttoentgelt von 3.300 Euro erhält, ist de facto arm. Natürlich zählen da auch Azubis oder auch Studenten dazu. Doch die Arithmetik ist absurd, vor allem dann, wenn man einen Schritt weiter denkt und die relative Armut heranzieht. Denn selbst wenn der Wohlstand in Deutschland steigen würde, wäre das Ausmaß der Armut noch immer unverändert. So würde etwa ein Verhundertfachen des Einkommens mit einer zeitgleichen Hartz-IV Anhebung bedeuten, dass Deutschland noch immer arm sei. Eine Logik, die nicht nachzuvollziehen ist.

Kein Rekord in unmittelbarer Nähe

Die kritische Prüfung hat auch ergeben, dass der – scheinbar historische Armutshöchststand – nicht der Wahrheit entspricht. Während im Jahr 2005 der Armutsquotient bei 14,7 Prozent lag, wanderte er – im Jahr 2015 – auf 15,5 Prozent. Ein Anstieg, der aber alles andere als rekordverdächtig zu sein scheint.