Griechenlands Schuldenberg nur ein Bruchteil der weltweiten Finanzprobleme

Alle Welt und natürlich besonders die Länder, die der Eurozone angehören, sprechen von der griechischen Rekordverschuldung, die mittlerweile einen nahezu unglaublichen Betrag von 320 Milliarden Dollar erreicht hat. Schaut man auf die Geschichte der Hellenen zurück, trifft man auf Aristoteles, der schon damals in seinem Werk Oikonomika hilfreiche Ratschläge für eine interessante Haushaltspolitik zusammenfasste, die weitestgehend dazu raten, möglichst immer die anderen zahlen zu lassen.

Griechenland nutzt Aristoteles und die Angst der Geldgeber vor dem Grexit

Die griechische Regierung lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie sich diesen Ratschlag zu Herzen genommen hat. Denn sie sind keineswegs bereit, für ihre Schulden aufzukommen und diese zu begleichen. Dafür lassen sie lieber andere zahlen und das aktuelle Stimmungsbild lässt vermuten, dass sie sich am liebsten von Deutschland finanzieren lassen, ohne selber einen Finger zu krümmen. Dabei genießen sie die Tatsache, dass der als Grexit bezeichnete Ausstieg Griechenlands aus dem Euro die Staatspleite zur Folge hätte und alle finanziellen Förderer des Landes in Person der Euro-Partner und des IWFs einen Großteil der 240 Milliarden schweren Hilfspakete verlieren. Deutsche Steuerzahler würde eine zusätzliche Steuerlast von bis zu 80 Milliarden Euro treffen. Grund genug, den Grexit nicht zu fördern, was gleichzeitig natürlich der griechischen Regierung in die Karte spielt.

Es gibt sehr viel mehr Griechenland auf der Welt

So verärgernd und auch beängstigend die Schulden Griechenlands und die Einstellung seiner Regierung ist, darf der Blick auf den Rest der Welt nicht vergessen werden. Denn dort erhebt sich ein noch viel größerer Schuldenberg, hinter dem sich die Akropolis mehrfach verstecken kann. Staaten, Unternehmen und private Haushalte weisen weltweit derzeit eine Verschuldung von zehn Billionen Euro auf, deren größten Teil die Schwellenländer aufgrund einer ungebremsten Schuldenaufnahme in den letzten Jahren tragen. Ein großes Problem bildet dabei vor allem die Tatsache, dass über 60 Prozent der Schulden auf US-Dollar lauten und dessen Höhenflug der letzten Zeit die finanzielle Belastung der Schwellenländer enorm in die Höhe wachsen lassen. So belaufen sich die Anleihen der Schwellenländer sowie länderübergreifende Bankdarlehen derzeit auf knapp 6 Billionen Dollar, was ungefähr der gesamten japanischen Wirtschaftskraft entspricht, um diese Zahlen einmal mit Leben zu füllen. Weniger förderlich ist zusätzlich die Tatsache, dass die meisten Investitionen der Schwellenländer fremdfinanziert sind und zu weiteren Problemen führt. Probleme, die man aus der Vergangenheit hätte kennen müssen, wo viele südamerikanische Staaten oder später auch die sogenannten asiatischen Tigerstaaten durch den starken Dollar ins Wanken gerieten.

An dieser Stelle ist ein weiser Spruch aus Aristoteles Werken zu erwähnen, den auch die Griechen für sich hätten beherzigen sollen. Denn dort steht geschrieben, dass die Ausgaben nicht größer als die Einnahmen werden dürfen. Nur das Einhalten dieser eigentlich einfachen Regel kann alle gemeinsam aus der Schuldenfalle führen.